Pollenallergie: Wenn die Natur krank macht

19. Dez 2019Lifestyle, Tipps&Tricks, Tutorials0 Kommentare

Die Pollenallergie, auch als Heuschnupfen bekannt, wird in der Medizin als saisonale allergische Rhinitis bezeichnet. Es handelt sich dabei konkret um eine Entzündung der Schleimhäute von Nase, Augen und Atemwege, die aufgrund permanenter Reizung entsteht. Üblicherweise entwickelt sich das lästige Leiden bereits in der Kindheit oder im Jugendalter und kann auch vererbt werden. Vereinzelt wird jedoch auch ein spontanes erstmaliges Auftreten bei Erwachsenen beobachtet.

Verursacht wird die Erkrankung von den Eiweißkomponenten bestimmter Pflanzenpollen, die während der Blütezeit durch die Luft fliegen. Der Körper produziert im Falle einer Überempfindlichkeit zur Abwehr der Allergene Histamin, das in der Folge die bekannten Symptome wie Rötung, Jucken, laufende Nase und Niesen auslöst. Am häufigsten verantwortlich für den Heuschnupfen ist der Blütenstaub von Wiesengräsern, Birken, Roggen, Ragweed (Traubenkraut) und Beifuß. Rund 16 Prozent aller Österreicher leiden unter dem unangenehmen Gesundheitsproblem, das sich unbehandelt im schlimmsten Fall zu Asthma entwickeln kann.

SYMPTOME DER POLLENALLERGIE 

Die allergischen Reaktionen sind auf die Allergene zurückzuführen, die sich an gewisse Antikörper im Blut und Gewebe binden. Dieser Kontakt führt im Körper zur Freisetzung von Substanzen, die unter Umständen eine Entzündung und die daraus resultierenden Beschwerden auslösen. Im Fall der Pollenallergie ist das Histamin.

Beim typischen Heuschnupfen, der sich in den meisten Fällen zu Frühjahrsbeginn mit Einsetzen der ersten Blüte ankündigt, kann es zu folgenden Symptomen kommen:

  • Bindehautrötung in Kombination mit juckenden und tränenden Augen
  • kribbelnde und laufende Nase
  • starke Sekretbildung in der Nase bis hin zur Blockade beim Einatmen
  • Niesattacken
  • Husten bis zur Bronchitis
  • Asthmaanfälle

JAHRESZEITBEDINGTE BESCHWERDEN UND KREUZALLERGIEN

Bei einigen Menschen treten die Symptome jedoch nicht nur im Frühjahr oder sogar ausschließlich in einer anderen Jahreszeit auf – abhängig von der Blühzeit jener Pflanze, auf deren Pollen sie allergisch reagiert.

  • Frühjahrs-Heuschnupfen: Pollen von Bäumen wie Erle, Birke, Hasel, oder Esche
  • Sommer-Heuschnupfen: Gräser- und Getreidepollen
  • Herbst-Heuschnupfen: Kräuterpollen, besonders Beifuß und Ragweed

Neben dem typischen Heuschnupfen zur Pollenzeit existiert auch eine allergische Rhinitis, die durch andere Stoffe ausgelöst wird und das ganze Jahr über auftreten kann. Dazu zählen etwa die Unverträglichkeit von Hausstaubmilben und bestimmten Sorten von Schimmelpilzen.

Zudem können sich im Zusammenhang mit dem Heuschnupfen auch sogenannte Kreuzallergien gegenüber anderen Substanzen entwickeln. In einem solchen Fall verursachen dem eigentlichen Allergieauslöser sehr ähnliche und sich beispielsweise in Nahrungsmitteln befindliche Substanzen ebenfalls die bekannten Symptome. So reagieren etwa Birkenpollen-Allergiker häufig auch mit Heuschnupfen nach dem Konsum von Äpfeln und Nüssen. Menschen mit einer Unverträglichkeit gegenüber Kräuterpollen hingegen vertragen oft Kräutergewürze und Sellerie schlecht.

Darüber hinaus kann im Verlauf der Erkrankung ein sogenannter „Etagenwechsel“ auftreten. Das bedeutet, dass die Erkrankung, die typischerweise in den Augen und der Nase beginnt, auf die Lunge übergreift. Dies führt in der Regel zu allergischem Asthma. Wird die Pollenallergie allerdings rechtzeitig von einem geschulten Mediziner diagnostiziert und behandelt, kann die Entstehung von allergischem Asthma üblicherweise verhindert werden.

ENTSTEHUNG VON HEUSCHNUPFEN UND DIAGNOSE DURCH DEN ARZT

Beim allerersten Kontakt mit den betreffenden Pollen lernt das menschliche Immunsystem den fremden Eiweißstoff erst einmal kennen. Dabei wird der Allergiker sensibilisiert, während sein Organismus beginnt, auf die Bestandteile des Blütenstaubs zu reagieren. Er entwickelt in der Folge ein verändertes Reaktionsmuster gegenüber dem Allergen. Im Anschluss werden bei jedem weiteren Kontakt mit den Pollen körpereigene Substanzen wie Histamin freigesetzt, welche die Symptome eines Heuschnupfens hervorrufen.

DIAGNOSE DURCH DEN MEDIZINER

Eine frühzeitige Diagnose durch einen Spezialisten ist nicht nur wichtig, um die akuten Beschwerden zu lindern. Es gilt zudem, das Fortschreiten der Allergie zu verhindern, um der Entstehung von allergischem Asthma vorzubeugen.

Die Bestimmung der Krankheit erfolgt in mehreren Schritten:

  • Anamnesegespräch
    Am Beginn der Untersuchung steht die Krankengeschichte. Dabei liegt das Augenmerk auf den Symptomen, zugleich ebenso auf der Tatsache, wann genau und in welchem Zusammenhang sie auftreten. Tipp: Vor dem Arztbesuch Allergie-Tagebuch führen! Zum Anamnesegespräch gehören aber auch die Abfrage, ob es weitere Fälle von Heuschnupfen in der Familie gibt, sowie Informationen zum Beruf.
  • Hauttest
    Ein Allergie-Hauttest gibt genaue Auskunft über den oder die allergieauslösenden Stoffe. Er kann vom Mediziner ohne großen Aufwand und schon bei Kindern durchgeführt werden. Es werden dabei unterschiedliche Testsubstanzen, die mögliche Allergieauslöser enthalten, auf die Haut getropft. Bei einer positiven Reaktion entwickelt sich innerhalb kurzer Zeit ein Juckreiz an der betroffenen Stelle.
  • Bluttest
    Zur Absicherung der Diagnose kann der Arzt noch einen Bluttest durchführen. Eine hohe Konzentration an IgE-Antikörpern im Blut belegt die Sensibilisierung des Immunsystems auf Allergene. Zusätzlich werden mithilfe dieses Tests die Allergene genau identifiziert, was hilfreich für die nachfolgende Therapie ist.
  • Lungenfunktionsprüfung
    Sollte der Verdacht auf Asthma bestehen, wird durch eine Lungenfunktionsprüfung festgestellt, ob die Bronchien des Patienten verengt sind. Zudem lässt sich im Rahmen eines sogenannten „Provokationstests“ feststellen, ob sich die Lungenfunktion nach dem Einatmen des möglichen Allergens verschlechtert.

BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN DES HEUSCHNUPFENS

Die Behandlung einer Pollenallergie sollte dem Schweregrad der Symptome entsprechen. In den meisten Fällen ist eine Behandlung mit Medikamenten aber sinnvoll, da sie die Beschwerden rasch und ohne nennenswerte Nebenwirkungen lindern.

  • Augentropfen, Nasensprays und Salben
    Zur örtlichen Behandlung von Heuschnupfen stehen diverse Medikamente in Form von Augentropfen, Nasensprays oder Salben zur Verfügung. In der Regel enthalten sie Inhaltsstoffe wie Antihistamine oder Kortison, welche der allergischen Entzündung entgegenzuwirken. Zusätzlich können in Kombination Antiallergika in Tablettenform eingenommen werden.Achtung: Abschwellende Nasentropfen sind keinesfalls länger als zehn Tage zu verwenden, da sie schon nach diesem kurzen Zeitraum eine Abhängigkeit verursachen können. All diese Maßnahmen lindern die Symptome, haben auf die Allergie selbst allerdings keine langfristige Wirkung.
  • Immuntherapie mit Impfkur
    Die einzige therapeutische Methode, die das Fortschreiten eines Heuschnupfens beeinflussen und die Entstehung von Asthma verhindern kann, ist die spezifische Immuntherapie. Das Prinzip dieser Hyposensibilisierung besteht darin, den Körper über einen längeren Zeitraum hinweg langsam an den Allergieauslöser zu gewöhnen. Diesen soll das Immunsystem in der Folgezeit nicht mehr als Eindringling erkennen und stattdessen tolerieren. Auf diese Weise kommt es zu einer langfristigen Wirkung und nachhaltigen Besserung der Beschwerden. Die Immuntherapie kann mittels Injektion oder als Schluckimpfung durchgeführt werden.

WAS SIE SELBST TUN KÖNNEN 

Als von einer allergischen Rhinitis betroffene Person können Sie auch selbst einiges unternehmen, um die Symptome zu umgehen oder zu lindern.

  • Die einfachste Form der Behandlung eines Heuschnupfens besteht in der Meidung des Allergieauslösers. Informieren Sie sich vorab, wann welche Pflanze blüht und vermeiden Sie in dieser Zeit lange Aufenthalte im Freien – vor allein der Nähe von Wiesen und Feldern. Besonders an sonnigen, windigen Tagen befindet sich der Blütenstaub in hohen Konzentrationen in der Luft und wird dabei in Augen und Nasen geblasen. Der Pollenwarndienst in verschiedenen Medien hilft Ihnen dabei, alles über aktuelle Belastungen zu erfahren.
  • Waschen Sie sich täglich die Haare und bewahren Sie die Kleidungsstücke, auf welchen Pollen haften könnten, keinesfalls im Schlafzimmer auf.
  • Schlafen Sie in der kritischen Zeit nachts bei geschlossenem Fenster.
  • Wenn Sie einen Urlaub planen, legen Sie diesen in die Zeit der betreffenden Blühperiode und fahren Sie ans Meer oder in die Berge – diese Reiseziele sind für Pollenallergiker besonders gut geeignet.
  • Bei einer Unverträglichkeit von Blütenstaub sollten Sie besonders auf ein gesundes Raumklima achten, das frei von den betreffenden Pollen ist. Rüsten Sie Ihre Wohnräume mit Dexwet Filter aus, deren Silikonölbeschichtung sämtliche Allergene bindet. Auf diese Weise können Sie in Ihren eigenen vier Wänden frei atmen und sich von den Symptomen erholen. Zudem sorgt das pollenfreie Umfeld für eine Stabilisierung Ihres Immunsystems.

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